Nach der Statistik der letzten Jahre kommt es in der Bundesrepublik Deutschland ca. 230000 mal im Jahr zu Bränden. Zum überwiegenden Teil handelt es sich dabei um Brände in Wohnungen, Wohnhäusern und gewerblichen Nutzungseinheiten. Hierbei entstehen Milliardenschäden, es werden Tausende von Menschen verletzt und einige Hundert Menschen verlieren dabei ihr Leben.

Die Vermeidung von Bränden haben sich deshalb viele Institutionen zum Ziel gesetzt. Neben der Feuerwehr, deren Hauptaufgabe die Brandbekämpfung ist, befaßt sich der AKF mit dem vorbeugenden Brandschutz.

Aus diesem Grunde wird beim Bau von Anfang an über mögliche Brände, das Verhalten der Bauteile und über mögliche Rettungsmaßnahmen bei Bränden nachgedacht.

Was gehört nun alles zum vorbeugenden Brandschutz?

Den Hausnutzern sei der Hinweis gegeben, daß jeder in seinem Wirkungsbereich so handeln sollte, daß Brände nicht entstehen können, oder im Brandfall, Brände sich nicht ausbreiten können und erforderlich werdende Lösch- und Rettungsmaßnahmen nicht behindert werden. Für diese Handlungen gibt es gesetzliche Bestimmungen (z.B. die Bauordnungen der Länder) und darüber hinaus Forderungen und Empfehlungen von Feuerwehren und Brandschutzexperten. Werden all diese Forderungen und Empfehlungen beachtet und eingehalten (z.B. durch Wahrnehmung regelmäßiger Brandschutzüberprüfungen der Feuerschutztüren), dann hat man schon einen wesentlichen Beitrag zum vorbeugenden Brandschutz geleistet. Da diese Anforderungen immer nur Mindestanforderungen sind, entbinden sie nicht von diesbezüglichen, weitergehenden, eigenen Überlegungen und Maßnahmen.

Umfassendere Forderungen zum vorbeugenden Brandschatz werden bei der Errichtung von Gebäuden und baulichen Anlagen gestellt.

Diese Forderungen sind in allgemeiner Form in den
Bauordnungen der Länder
und ergänzend in
Sonderbau-Verordnungen und Richtlinien und
allgemeinen anerkannten technischen Regeln, wie z.B. DIN-Normen dargelegt.

Damit diese Forderungen für den jeweiligen Anwendungsfall auch weitestgehend richtig erkannt und beachtet werden, fordern die Feuerschutzgesetze der Länder, daß Brandschutzexperten der Feuerwehren in die Planung der Bauvorhaben bzw. in die Prüfung und Begutachtung des vorbeugenden Brandschutzes einbezogen werden.

Im Ergebnis der Planung liegen dann konkrete Angaben für den vorbeugenden Brandschutz vor. Hierzu gehören u.a.:

  • Brandschutzkonzepte (da, wo gefordert)
  • Festlegung von Brandabschnitten, von Flucht- und Rettungswegen
  • Anordnung und Gestaltung von Feuer- und Rauchschutzabschlüssen
  • Verwendung von Baustoffen und Bauteilen mit brandschützenden Eigenschaften,
  • Installation von Brand- und Rauchmeldeanlagen
  • Installation von Feuerlöscheinrichtungen (Feuerlöscher, Sprinkleranlagen...)
  • Gestaltung und Bemessung von Elektro-, Gas- und Heizungsanlagen

Nach Abschluß der Planungsarbeiten richten sich die Forderungen zum vorbeugenden Brandschutz an die Bauausführung und Bauüberwachung. In dieser Ausführungsphase gilt es,

  • zu kontrollieren und nachzuweisen, daß nur zugelassene Bauprodukte und Bauteile verwendet werden,
  • die Funktionsfähigkeit der Anlagen und die Einhaltung der Brandschutzanforderungen durch geeignete Überprüfungen nachzuweisen,
  • autorisierte Fachbetriebe einzusetzen.

Welche Anforderungen an die jeweiligen Bauprodukte und Bauteile gestellt werden und welcher Art die Überprüfungen und deren Nachweise sein müssen ist festgelegt in:

  • der Bauregelliste des Deutschen Instituts für Bautechnik
  • DIN - Normen
  • allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen
  • allgemeinen bauaufsichtlichen Prüfzeugnissen
  • Zustimmungen im Einzelfall.

Erkennbar wird die Einhaltung der Produktanforderungen durch die Kennzeichnung der Produkte mit dem Übereinstimmungskennzeichen (Ü-Kennzeichen).

Das Ü-Kennzeichen besagt, daß die Produkte übereinstimmungsgemäß von autorisierten Fachbetrieben, die von bauaufsichtlich zugelassenen Zertifizierungs- und Überwachungsstellen kontinuierlich überprüft werden, hergestellt wurden.

Für die Bauprodukte Feuerschutzabschlüsse, Brandschutzverglasungen und Rauchschutztüren sind das insbesondere die Unternehmen, die den Überwachungsgemeinschaften Feuerschutz im AKF angehören.

Siehe auch:

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