Lesen Sie hierzu auch:
- Brandschutz (Informationen für Hausbauer)
- Was sind Feuerschutztüren?
- Feuerschutzabschlüsse
- Brandschutzverglasungen
- Rauchschutztüren
- Nachtrag BrandSchutzTreff 2007

Das Bedürfnis der Menschen, Brände zu vermeiden und sich vor Bränden zu schützen, ist zu einem Grundanliegen im deutschen Baurecht geworden.
So wird in allen Bauordnungen der Länder gleichermaßen gefordert, daß bauliche Anlagen so beschaffen sein müssen, daß der Entstehung eines Brandes und der Ausbreitung von Feuer und Rauch vorgebeugt wird und bei einem Brand die Rettung von Menschen und Tieren sowie wirksame Löscharbeiten möglich sind.

Diese allgemeinen Forderungen der Bauordnungen werden durch eine Vielzahl von Forderungen für spezielle Anwendungsfälle in

  • Sonderbau-Verordnungen,
  • Technischen Baubestimmungen
  • allgemeinen anerkannten Regeln der Technik (z.B. in Normen)
konkretisiert.

Die Verpflichtung zur Beachtung und Einhaltung all dieser Forderungen leitet sich im allgemeinen aus den Bauordnungen der Länder und für spezielle Bauteile aus der Bauregelliste des Deutschen Institutes für Bautechnik ab.

Insgesamt haben diese (öffentlich rechtlichen) Anforderungen die folgenden zusammengefaßten Inhalte:

  • Bauplaner und Brandschutzexperten bestimmen im Bauentwurf in Übereinstimmung mit den öffentlich rechtlichen Anforderungen die brandschutztechnische Gestaltung von Bauwerken sowie die Verwendung von brandschutzgerechten Baustoffen und Bauteilen.
  • Bauherren und ihre Erfüllungsgehilfen sind verantwortlich für die Einhaltung des Bauentwurfs und für die Beschaffung und den Einsatz der zur Verwendung bestimmten Baustoffe und Bauteile.
  • Brandschützende Baustoffe und Bauteile dürfen in der Regel nur hergestellt werden, wenn im Rahmen vorgeschriebener Prüfungen der Nachweis ihrer Eignung für den Anwendungsfall erbracht wurde.
  • Unternehmen die diese Bauprodukte herstellen benötigen dafür grundsätzlich eine produktbezogene Zulassung (ein Übereinstimmungszertifikat) und müssen durch Eigen- und Fremdüberwachungen den Übereinstimmungsnachweis mit den öffentlich rechtlichen und allen daraus abgeleiteten Forderungen (z.B. mit konkreten Konstruktionsmerkmalen) erbringen.
  • Die Übereinstimmungen sind durch entsprechende Kennzeichnungen (Übereinstimmungskennzeichnung) zu dokumentieren.

Die Erteilung von Übereinstimmungszertifikaten als Voraussetzung für Fertigungszulassungen sowie die Fremdüberwachung der zugelassenen Unternehmen darf nur von baurechtlich anerkannten Zertifizierungs- und Fremdüberwachungsstellen vorgenommen werden.

Im Bereich Metallbau Nordrhein-Westfalen, Rheinland Pfalz und dem Saarland ist das u.a. die
Überwachungsgemeinschaft für
Feuerschutz-, Rauchschutz- und Schutzraumabschlüsse NRW e.V.

Graf-Spee-Str. 13
45133 Essen
(ÜG NRW)

Zu den wichtigsten Bauteilgruppen in diesem Bereich gehören:

  • Feuerschutzabschlüsse nach DIN 4102-5 bzw. EN 1634-1
  • Brandschutzverglasungen nach DIN 4102-13
  • Rauchschutztüren nach DIN 18095-1 und 2

Feuerschutzabschlüsse

Feuerschutzabschlüsse nach DIN 4102-5 sind Bauteile wie: selbstschließende Türen und selbstschließende andere Abschlüsse (z.B. Klappen, Tore), die dazu bestimmt sind, im eingebauten Zustand den Durchtritt eines Feuers durch Öffnungen in Wänden und Decken zu verhindern.

Die grundlegenden Anforderungen an diese Bauteile sowie die erforderlichen Prüfungen zum Nachweis ihrer Eignung sind in der DIN 4102-5 dargelegt.
Spezielle Anforderungen, wie z.B. zu Dauerfunktionsprüfungen zum Nachweis der baurechtlich geforderten Eigenschaft "selbstschließend" für feuerhemmende Abschlüsse, sind in der DIN 4102-18 festgelegt.
Die in den Normen geforderten Prüfungen müssen gemäß DIN 4102-2 durch Prüfzeugnisse zugelassener Prüfanstalten nachgewiesen werden.

Auf vorgenannter Grundlage gibt es derzeitig für Feuerschutzabschlüsse folgende zugelassene Bauarten:

  • im genormten Bereich
    • Stahltüren T 30-1; Bauart A nach DIN 18082-1 ACHTUNG: Norm wurde 3/2003 zurück gezogen
    • Stahltüren T 30-2; Bauart B nach DIN 18082-3 ACHTUNG: Norm wurde 3/2003 zurück gezogen
    • Flügel- und Falttüren für Fahrschächte mit feuerbeständigen Wänden nach DIN 18090
    • Horizontal- und Vertikalschiebetüren für Fahrschächte mit feuerbeständigen Wänden nach DIN 18091
    • Vertikalschiebetüren für Kleingüteraufzüge in Fahrschächten mit Wänden in F 90 nach DIN 18092
  • im nichtgenormten Bereich: In diesem Bereich gibt es eine Vielzahl von Bauarten für Feuerschutzabschlüsse (siehe zugelassene Systeme), die von Systemherstellern (siehe Systemhersteller) entwickelt und von zugelassenen Prüfstellen geprüft wurden und daraufhin eine der folgenden Zulassungen erhalten haben:
    • allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen (DIBt)
    • allgemeine bauaufsichtliche Prüfzeugnisse (Prüfstelle)
    • Zustimmungen im Einzelfall (Oberste Bauaufsicht)

Herstellerwerke von Feuerschutzabschlüssen können diese Bauteile somit nach Normen fertigen bzw. Fertigungslizenzen von Systemherstellern für zugelassene Systeme erwerben. Darüber hinaus müssen sie im Rahmen einer Übereinstimmungszertifizierung für jede zu fertigende Bauart eine Fertigungszulassung (Übereinstimmungszertifikat) erwerben und ständig durch Eigen- und Fremdüberwachung den Nachweis der Übereinstimmung ihrer Fertigung und ihres hergestellten Bauproduktes mit öffentlich rechtlichen Anforderungen und mit den jeweiligen konkreten Norm- oder Zulassungsanforderungen erbringen. Übereinstimmungszertifizierungen und Fremdüberwachungen werden von zugelassenen Überwachungs- und Zertifizierungsstellen ( z.B. ÜG NRW e.V.) vorgenommen.


Brandschutzverglasungen

Brandschutzverglasungen

Brandschutzverglasungen nach DIN 4102-13 sind Bauteile mit einem oder mehreren lichtdurchlässigen Elementen, die in einem Rahmen sowie mit Halterungen und vom Systemhersteller vorgeschriebenen Dichtungen und Befestigungsmitteln eingebaut werden. Sie müssen den Anforderungen der Norm entsprechen, was durch Prüfzeugnisse zugelassener Prüfanstalten zu belegen ist.

Auf der Grundlage der Prüfzeugnisse können für Brandschutzverglasungen

  • allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen
  • Zustimmungen im Einzelfall
erteilt werden.

Da es gegenwärtig keine genormten Brandschutzverglasungen gibt, beinhalten die zugelassenen Systeme ausschließlich Entwicklungen von Systemherstellern.
Herstellerwerke von Brandschutzverglasungen benötigen somit Fertigungslizenzen der Systemhersteller.
Die Verfahrensweisen zum Nachweis der Übereinstimmung hergestellter Brandschutzverglasungen mit den Anforderungen der Zulassungen sowie die diesbezügliche Bauteilkennzeichnung sind in den jeweiligen allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen oder in den Zustimmungen im Einzelfall festgelegt.
Danach werden grundsätzlich von den Herstellerwerken für die Konformität eine Übereinstimmungserklärung des Herstellers verlangt.
Übereinstimmungszertifizierungen und Fremdüberwachungen werden in der Regel für Brandschutzverglasungen nicht gefordert.


Rauchschutztüren

Rauchschutztüren nach DIN 18095-1 und -2 sind nur ein- und zweiflüglige selbstschließende Drehflügeltüren, die dazu bestimmt sind, im eingebauten und geschlossenem Zustand den Durchtritt von Rauch zu behindern.
Es sind keine Feuerschutztüren.

Jede Bauart von Rauchschutztüren ist nach DIN 18095-2 von zugelassenen Prüfanstalten zu prüfen. Hierzu gehören:

  • Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)
    Unter den Eichen 87, 12205 Berlin
    Postanschrift: 12200 Berlin
    Telefon: +49 30 8104-0
    Fax: +49 30 8112029
    email: info@bam.de, Internet: www.bam.de
  • Materialprüfanstalt für das Bauwesen, Insitut für Baustoffe, Massivbau und Brandschutz
    MPA Braunschweig
    Beethovenstr. 52, 38106 Braunschweig
    Telefon: +49 531 391-5400, Fax: +49 531 391-5900
  • Materialprüfungsamt Nordrhein-Westfalen
    Marsbruchstr. 186, 44287 Dortmund
    Telefon: +49 231 4502-0, Fax: +49 231 458549
    email: info@mpanrw.de, Internet: www.mpanrw.de     
  • Materialprüfungsanstalt Universität Stuttgart (MPA Stuttgart Otto-Graf-Institut (FMPA))
    Pfaffenwaldring 32, 70569 Stuttgart
    Telefon: +49 711 685-3059, Fax: +49 711 685-2635
     

Alle Systemhersteller von Feuerschutzabschlüssen verfügen auch über geprüfte Bauarten von Rauchschutztüren. Betriebe die Rauchschutztüren herstellen möchten, benötigen dafür ausschließlich die erforderlichen Fertigungslizenzen der Systemhersteller.
Hinsichtlich des Nachweises der Übereinstimmung mit den geprüften Fertigungsunterlagen sind die Festlegungen der Prüfzeugnisse zu beachten.
Übereinstimmungszertifizierungen und Fremdüberwachungen sind dafür in der Regel nicht erforderlich.

Zur Beachtung!
Für die Herstellung von Feuerschutztüren mit rauchschützenden Eigenschaften werden an die Herstellerwerke die gleichen Anforderungen wie bei der Fertigung von Feuerschutzabschlüssen gestellt.
Die rauchschützenden Eigenschaften werden in diesem Zusammenhang mit überwacht.